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Werbeartikel - Harry Misfeld


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Wir im Wandel des Werbeartikels

Über uns

Wir im Wandel des Werbeartikels

So fing es bei uns an:
Der Neuanfang in der Bundesrepublik war im Aufbau, das Geld war knapp, doch man hatte wieder Hoffnung:
Im Jahre 1958 hat der Firmengründer, Herr Harry Misfeld, in einer bescheidenen Mietwohnung in Kiel eine Ecke eines
kleinen Zimmers mit einem Aktenschrank und einem Ablagebrett für eine Schreibmaschine ausgestattet. Als Freiberufler für einen Hamburger Werbemittelhändler begann seine Kundensuche. Nachbarn nutzten gern das Telefon einmal mit, denn es war eines von ganz wenigen in der Straße. Auch das erste Fahrzeug, ein VW-Brezel-Käfer stand schon zur Verfügung.

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Auch er war eines von nur drei Fahrzeugen in der gesamten Straße.

Akquisition hieß damals
,Unternehmen aufsuchen (in der Regel unangemeldet), beim Empfang sein Anliegen vorbringen und dann im überall vorhandenen meist größeren Wartezimmer zusammen mit anderen Vertretern von unterschiedlichsten Produkten warten, bis einem die Ehre erwiesen wurde, vorgelassen zu werden. Dies konnte schon einmal 2 Stunden Wartezeit bedeuten. Werbeartikel (damals sagte man noch Werbegeschenke) waren noch Chefsache, mit dem Vorteil einer schnellen Entscheidung, nachdem einige Artikel gezeigt worden waren. Diese stammten noch alle aus deutscher Fertigung. Mit Geschick und etwas Glück hatte man das Haus dann mit einem Auftrag verlassen können. Als ein „Türöffner“ erwies sich die Nennung der vertretenen Marken-Hersteller wie Rowenta, Lamy, Gundlach, Bielefelder Spielkarten, Hutschenreuther oder Leifheit. Diese Marken führten begehrenswerte Artikel und waren hoch angesehen.
Zu dem verglichen mit heute bescheidenen Umfang an verfügbaren Werbemitteln zählten hauptsächlich hochwertige Feuerzeuge, (Einweg-Feuerzeuge waren noch nicht verfügbar, erst ca. Mitte der 70-iger) Schreibgeräte, Kalender, Zettelkästen, Rechenschieber, Zündhölzer und Schreibtisch-Accessoires.


Nach den Firmenbesuchen wieder daheim in der Büroecke wurde dann die Bestellung und Auftragsbestätigung auf der Reise-Schreibmaschine Olympia Typ „Monica“ mit Durchschlagpapier geschrieben, in einen Briefumschlag gesteckt, eine Marke darauf geklebt und mit anderen Sendungen zur Post gebracht.

Der Werbeaufdruck wurde meist von einer Papiervorlage fototechnisch von einer Klischeeanstalt auf einen Film übertragen. Davon wurde dann ein Klischee angefertigt. Damit konnte der Hersteller des Werbeartikels entweder den Aufdruck selbst anbringen oder er beauftragte damit eine externe Druckerei. Wurde schließlich alles zur Zufriedenheit abgeliefert
,durfte der Inhaber endlich wieder die Olympia bedienen und eine Rechnung per Durchschlagpapier in mehrfacher Ausführung erstellen und absenden. Freude herrschte natürlich, wenn die zugesendeten Kontoauszüge den entsprechenden Zahlungseingang auswiesen (das ist heute wohl noch immer so).

So ging es weiter:
Das Geschäft entwickelte sich im Zeitalter des Wirtschaftswunders. Das Bedürfnis nach Werbeartikeln stieg, die Akzeptanz der gegenständlichen Werbung wuchs weiter. Der Werbeartikel wandelte sich vom Image des Geschenkartikels zum Werbe- und Botschaftsträger im Dienst eines optimierten Marketings.
Das Spektrum der Anbieter und Hersteller vergrößerte sich ebenso wie die eingesetzte Preisspanne der georderten Artikel. Viele Hersteller entdeckten für ihre sonst nur über den normalen Handel vertriebenen Produkte im Werbebereich neue Absatzchancen. Die Techniken zur Werbeanbringung wurden verfeinert, neue kamen hinzu. Die kleine Büroecke in Kiel-Friedrichsort wurde zugunsten eines ganzen Raumes in der Innenstadt aufgegeben, der alte VW wich 1966 einer schönen Ford 12m-Taunus-Limosine. Namhafte Unternehmen aus der Region wurden zu treuen Geschäftspartnern. Man konnte durchatmen und erleichtert in die Zukunft blicken.

Bald war das Büro wieder zu klein und erstmalig wurden Räume außerhalt der Inhaber-Wohnung angemietet. Zusätzliche Arbeitskräfte machten eine Ausweitung der Aktivitäten möglich. Zeitweise wurden im Hause auch Siebdrucke und Prägungen selbst angebracht, was aber nicht weiter ausgebaut und später wieder aufgegeben wurde.

Zu den Geschäftserfolgen gehörte der Aufstieg zum selbst gekürten Zündholzkönig von Schleswig-Holstein. Zündhölzer waren die kostengünstige Alternative zu den damals teuren Feuerzeugen. Für die Werbung eigneten sich besonders die Heftchen wegen ihrer groß zu gestaltenden Werbefläche und wegen ihres günstigen Preises. Ein Auftrag mit vielen Wiederholungen von einem Flensburger Anbieter von Erotik-Produkten brachte ungewohnte Stückzahlen. Die Bedruckung unterlag dabei einer besonderen Aufsicht. Der Zündholzhersteller war ein Monopolist und achtete sehr auf die Bedruckung seiner Zündhölzer. Werbung für politische Parteien und für alles, was der Auffassung von guten Sitten widersprach, war nicht zulässig. Dennoch einigte man sich glücklicherweise auf ein akzeptables Druckmotiv.

Zu den alljährlichen Highlights gehörte ein Besuch des Rowenta-Ausstellungswagens. Dies war eine vom österreichischen Fahrzeugbauer Kässbohrer hergestellte Sonderauflage von drei Kleinbussen, die zu Ausstellungszwecken eingerichtet waren. Damit wurden interessierte Kunden im Vertretungsgebiet besucht und ihnen die Rowenta-Neuigkeiten vorgestellt.

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Beachtung fand damals der gereichte Kaffee aus einer Bord-Kaffeemaschine, betrieben mit 12 Volt. 1965 wurde das sehr erfolgreiche Rowenta men-Feuerzeug vorgestellt, dass später mit einem Preis des New Yorker Museums of Modern Art ausgezeichnet wurde. Als Besonderheit hatte es einen befüllbaren Tank. Zuvor war es nötig, bei leerem Tank diesen auszubauen und durch einen vom Werk gefüllten Tank auszutauschen.

1969/70 entdeckte der Gesetzgeber eine neue Finanzquelle: Werbeartikel ab einem Wert von 50 DM konnten nicht mehr steuerlich abgesetzt werden. Später wurde diese Grenze auf 75 DM angehoben (heute 35 €), nachdem es von Herstellern und Händlern heftige Proteste und Demonstrationen gegeben hatte. Zeitnah wurden auch Einfuhrzölle abgebaut. Beides zusammen führte zum Niedergang etlicher deutscher Hersteller, besonders im Lederwarenbereich. Eine Fernost-Lederwaren-Flut setzte ein zu Preisen, die deutsche Unternehmen nicht erreichen konnten. Metallwaren aus Spanien, elektronische Artikel aus Taiwan, Textilien aus Indien und Vietnam, immer mehr Artikel wurden aus dem Ausland bezogen, immer mehr deutsche Unternehmen schlossen ihre Produktion hierzulande. Heute gibt es ganze Produktgruppen, die nur noch in Fernost hergestellt werden.


Im Jahre 1980 haben wir einige Vertretungen für das Gebiet Schleswig-Holstein vom Hamburger Werbemittelpartner übernommen. Teilweise bestehen diese auch heute noch, jedoch hat sich die Bedeutung einer Vertretung geändert. Sehr selten trifft man auf Vertretungen mit Gebietsschutz. Heute kann jeder in der Regel alles an alle verkaufen. Für den Hersteller ist das einfacher und bequemer, der Händler gerät dabei unter mehr Wettbewerbsdruck. Der immer größere Zulauf von Fernostartikeln tut das Seinige, da Nachbauten erfolgreicher Artikel schnell am Markt sind und die ursprünglichen heimischen Artikel nur einen kurzen finanziellen Erfolg genießen können.

In Februar 1998 hat der Firmengründer sein Geschäft an seinen Stiefsohn und jetzigen Inhaber übergeben, der es im gleichen Sinne fortführt.

Am 01. April 2008 bestand
Harry Misfeld e.K. Marken-Werbeartikel 50 Jahre. Somit ist die Firma eines der ältesten Werbeartikel-Handelsunternehmen in Schleswig-Holstein.


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